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Life Sciences

AGILeBiotics

Im Jahr 2017 entschied er sich voller Begeisterung für die Unsicherheit einer Unternehmensgründung. Der Chemiker Andreas A. Bastian startete sein kleines Unternehmen AGILeBiotics auf dem Universitätscampus Zernike der niederländischen Stadt Groningen. Er wollte im Kampf gegen die Antibiotikaresistenz einen Durchbruch erreichen: „Wir haben inzwischen eine Technologie entwickelt, die sowohl in Europa als auch in den USA patentgeschützt ist, und das ist entscheidend.”

Es ist zu erwarten, dass ab 2050 jährlich zehn Millionen Menschen an Infektionen mit resistenten Bakterien sterben werden. Die Antibiotikaresistenz stellt weltweit ein ungeheuerlich großes Gesundheitsproblem dar. Darum ist jetzt dann auch für Bastians jungen Betrieb AGILeBiotics der richtige Moment angebrochen, an Investoren heranzutreten: „Im Moment bemühe ich mich vor allem, in weiten Kreisen unsere Unternehmensidee zu präsentieren. Die ersten Investitionen sind schon eingegangen. Im Februar 2018 haben sich drei regionale Investoren eingefunden, die den Anfang unserer Untersuchungen finanziell ermöglichen.” Der Forscher ist sich dessen bewusst, dass hierbei große finanzielle Interessen auf dem Spiel stehen: „Der potenzielle Gewinn unserer Erfindung ist unglaublich groß. Mein Team, unsere Investoren und ich glauben an die Idee und sind bereit, das Risiko einer Unternehmensgründung einzugehen. Wir sind zu fünft, haben alle eine wissenschaftliche Ausbildung und einige von uns auch Erfahrungen im Geschäftsleben gemacht. Wir befinden uns hier in einer perfekten Umgebung kleiner innovativer Betriebe, die einander aufsuchen, unterstützen und helfen.”

‘Wir haben eine Technologie entwickelt, die sowohl in Europa als auch in den USA patentgeschützt ist, und das ist entscheidend.’

Andreas A. Bastian – AGILeBiotics

Enorme Kosteneinsparungen

Die patentierte Technologie trägt den Namen OxaSelect und wurde von Bastian während seiner Promotionszeit in Groningen entwickelt. Ein großer Vorteil liegt darin, dass diese Technologie es ermöglicht, auf der Basis schon verwendeter Antibiotika einfacher und schneller neue Antibiotika zu entwickeln. „Wir können die Zahl der Syntheseschritte um 50% reduzieren. Das kommt sowohl den Produktionskosten als auch dem Zugang zu neuen Antibiotika erheblich entgegen. Die Tatsache, dass diese Art von Antibiotika schon seit den vierziger Jahren, also seit langer Zeit bevor die Resistenz einsetzte, erfolgreich angewendet wird, vergrößert die Erfolgschance dieses Verfahrens. Ich erwarte, dass wir während der nächsten Jahre die ersten Tests mit in Frage kommenden Antibiotika an Mäusen durchführen können.”

Nächste Investitionsrunde

Für jede Neuunternehmensgründung ist in dieser Phase die Finanzierung ausschlaggebend. Das Patent ist eingeholt, aber die Markteinführung ist noch weit entfernt. Bastian: „Meine Unternehmensplanung ist langfristig angelegt. Handeln müssen wir jedoch auch schon in der nahen Zukunft, und darum schon jetzt für eine ausreichende Finanzierung sorgen. Alles ist noch unsicher, gleichzeitig aber auch eine Herausforderung, die mir Energie gibt. In den letzten Jahrzehnten wurde nur sehr wenig auf diesem Gebiet entwickelt. Wenn wir erst einmal einen erfolgreichen Stoff entwickelt haben, generieren wir genügend Einkünfte und die Möglichkeit, dass sich mehr Investoren melden. Außerdem benötigen wir heute, mehr dann je, innovative Start-up-Unternehmen. In den letzten Jahrzehnten wurden nur wenige Fortschritte auf dem Gebiet der Antibiotikaforschung gemacht. Und dies, obwohl es einen dringenden Bedarf an neuen Antibiotika gibt, um der weiterhin zunehmenden Bakterienresistenz entgegenzuwirken.”

Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg

„Kommunikation ist für uns der Schlüssel zum Erfolg”, sagt Bastian. „Nur so ziehen wir die Aufmerksamkeit wichtiger Marktparteien auf uns, nur so erfahren diese von unserem Können.” Das waren Anfang November 2017 seine Worte auf der Jahreskonferenz BIO-Europe in Berlin, der weltweit größten Veranstaltung der Biotech-Industrie. „Auch dort bekamen wir viele positive Reaktionen. Man hat Vertrauen in unsere Ideen,” schlussfolgert Bastian, der in der Gruppe von Professor Andreas Hermann, Mitbegründer des Unternehmens, promovierte.

Weitere Informationen

Annemiek Tepper

Annemiek Tepper

  • Europäische und Niederländische Patentanwältin
  • Partner
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