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Hightech & Elektronik

Hanzehogeschool Groningen

Bereits seit einiger Zeit ist „Valorisierung“ das Schlagwort für Bildungs- und Forschungsinstitute. Bei einer Valorisierung wird geeignetes akademisches Wissen für Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar gemacht. Ein gutes Beispiel dafür ist die Erfindung des VoiceMints. Der VoiceMint ist ein Gerät, das Sprechen ohne Stimmbänder ermöglicht.

Die Reichsuniversität Groningen (RUG), das Universitäre Medizinische Zentrum Groningen (UMCG) und die Hanzehogeschool Groningen haben VoiceMint über die Patentanwaltskanzlei V.O. patentieren lassen. Der nächste Schritt ist die weitere Markterkundung.

Die Idee für den VoiceMint stammt von Ward van der Houwen: Dozent für Design Engineering an der Hanzehogeschool, selbstständiger Entwickler und Innovationsbetreuer. Der VoiceMint hat die Form und Größe einer 2-Euro-Münze und nutzt Technologien der Telekommunikation. Die drahtlose Scheibe verfügt über einen Lautsprecher, einen Prozessor, einen Sensor und eine Batterie. „Man legt die Scheibe im Mund an die Wange. Beim Öffnen des Mundes detektiert der Sensor Licht, wodurch der VoiceMint ein brummendes Geräusch auslöst. Durch den Stand des Mundes, der Zunge und des Kiefers können dann verständliche Wörter gebildet werden“, erklärt Van der Houwen.

Benutzerfreundlich

Van der Houwen ist schon länger Teil der medizinischen Welt. Im Jahr 2012 promovierte er an der RUG bzw. UMCG mit einer verbesserten Version eines Sprechventils im Hals. Bisher dient das Sprechventil als Hilfsmittel für Menschen, die durch eine Operation keinen Kehlkopf – und somit keine Stimmbänder – mehr haben. „Der VoiceMint ist eine Weiterentwicklung und bedeutend benutzerfreundlicher als ein Sprechventil. So ist es nicht mehr nötig, ein Ventil im Hals anzubringen und der Patient bzw. die Patientin muss z.B. beim Duschen nicht auf das Hilfsmittel achten“, sagt Van der Houwen

‘Patent VoiceMint ist ein gutes Beispiel für Erfindungsgabe.’

Ward van der Houwen – Hanzehogeschool Groningen

Hilfsmittel und Spielzeug

Vom VoiceMint wurde ein Prototyp entwickelt und Van der Houwen wollte seine Idee schützen. Karel de Jong, Patentanwalt bei V.O. betreute ihn dabei. „Die Patentierung der Erfindung war eine Herausforderung. Das Patent auf eine bereits bekannte intraorale Stimmprothese, die am Gebiss befestigt wird, wurde dabei berücksichtigt. Interessant ist, dass der VoiceMint nicht nur medizinisch angewendet werden kann. Aufgrund der verschiedenen Stimmen kann man ihn sogar als Spielzeug nutzen. Die Formulierung des Patentanspruchs verlangte also etwas Erfindungsgabe“, schildert Karel de Jong. Das Patent wurde RUG/UMCG schließlich im Februar 2019 erteilt.

Gemeinsam weiterentwickeln

Die Hanzehogeschool in Assen (Niederlande) darf das Patent durch Lizenzvergabe nutzen. Heinrich Johannes Wörtche, Professor IT und Sensortechnologie ist enthusiastisch: „Es ist einzigartig, dass wir dieses wundervolle Stück Technologie erhalten. Für das Projekt dürfen wir selbst den Businessplan erstellen – eine ansprechende Aufgabe für unsere Studierenden. In unserer Innovationswerkstatt in Assen arbeiten Stundenteams der Hanzehogeschool an verschiedenen Projekten. Teil davon wird die Weiterentwicklung des VoiceMints sein“.

Universitäten und Fachhochschulen als Unternehmer

Die Hanzehogeschool beabsichtigt mit einem erfolgreichen Start-Up letztendlich das Interesse des Gesundheitssektors in der Region zu wecken. Karel de Jong von V.O. sagt hierzu: „Die Erfahrung lehrt uns, dass eine Erfindung erst ein wirtschaftlicher Erfolg wird, wenn die Beteiligten sich zu 100% dafür einsetzen. Es ist schön, dass Wissenszentren wie Universitäten und Fachhochschulen immer intensiver einen Unternehmenssinn entwickeln. Wenn man frühzeitig den möglichen Marktwert des geistigen Eigentums einer Erfindung in den Blick nimmt, kann die Rentabilität der Innovationen optimiert werden.“

Weitere Informationen

Karel de Jong

Karel de Jong

  • Europäischer und Niederländischer Patentanwalt
  • Associate
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