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Das bekannteste Arzneimittel der Welt: Aspirin

Ende des 19. Jahrhunderts machte ein junger Forscher bei Bayer eine der bedeutendsten Erfindungen: das Schmerzmittel Aspirin. Wertvoll für seinen Arbeitgeber und seinen an Rheuma erkrankten Vater. Aspirin wurde zu einem weltweiten Erfolg!

Die Erfindung

1897 erzielte der Chemiker Felix Hoffmann (1868-1946) bei Bayer einen spektakulären Durchbruch. Die Suche nach einer Alternative für das Weidenrindenextrakt, ein jahrhundertealtes, natürliches Schmerzmittel war nicht neu. Die schmerzlindernde, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung von Salicin und Salicylsäure war in der Antike bereits bekannt und Hoffmann baute darauf seine Experimente auf. Am 10. Oktober 1897 beschrieb er in seinem Laborbericht, wie er Salicylsäure und Essigsäure zusammenfügte und wie daraus das neue synthetische Arzneimittel Aspirin entstand. Eine andere Entstehungsgeschichte des Aspirins schreibt seine Entdeckung dem ebenfalls bei Bayer tätigen Chemiker Arthur Eichengrün (1867-1949) zu. Aufgrund seines jüdischen Hintergrunds wurde sein Anteil an der Erfindung von den Nazis geleugnet, so die Annahme.

Patent- und Markenrechte

Am 1. Februar 1899 wurde Aspirin als Handelsmarke hinterlegt und am 6. März 1899 wurde das Schmerzmittel im Handelsregister des Kaiserlichen Patentamtes in Berlin unter der Nummer 36433 eingetragen. So schnell, wie man sich das heutzutage kaum noch vorstellen kann. Das Patent auf Aspirin ist inzwischen längst abgelaufen.

Die Vereinigten Staaten beschlagnahmten 1918 Teile des Unternehmenseigentums von Bayer als Feindvermögen. Dabei handelte es sich unter anderem um Patent- und Markenrechte in den USA, wie z.B. die Bildmarke für das Bayer-Kreuz. In den neunziger Jahren eroberte Bayer die Markenrechte an Aspirin, die sie am Ende des Ersten Weltkrieges verloren hatten, in den Vereinigten Staaten zurück. Nun verfügt das Unternehmen wieder weltweit über die Marke Aspirin.

Weiterhin beliebt

Erst in den siebziger Jahren stellten sich die Nebenwirkungen des Medikaments heraus. Übermäßige Einnahme kann zu Magenbeschwerden und Blutungen führen. Das Schmerzmittel verlor hierdurch an Popularität, ist jedoch weiterhin in vielen Haushalten vertreten. Ärzte verschreiben nun die Brausevariante mit weniger nachgewiesenen Magenbeschwerden. Im Laufe der Jahre wurden auch weitere Anwendungsmöglichkeiten von Aspirin entdeckt. Das Mittel kann mit seiner blutverdünnenden Wirkung Schlaganfälle und Thrombose verhindern, so dass es als präventives Arzneimittel an Risikogruppen verschrieben wird. Mehr als 120 Jahre nach Hoffmanns Erfindung werden weltweit weiterhin mehrere Tonnen Aspirin verkauft.

Zweite medizinische Indikation (Second medical use)

Für weitere Anwendungsmöglichkeiten eines Medikamentes können Patente angemeldet werden. Second medical use ist jedoch nur eine Möglichkeit, ein Patent für bereits bekannte (medizinische) Stoffe oder Produkte zu erhalten. Die Kombination von Aspirin mit z.B. einem weiteren Wirkstoff oder Trägerstoff zur Erhöhung der Effektivität, stellt eine weitere Möglichkeit dar. Auf diesem Weg sind mehrere Patente angemeldet und erteilt worden. In den Vereinigten Staaten wurden z.B. Inhalationspräparate mit Aspirin patentiert.

 

 

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